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Seite 1 von 3 Visuelle Kunste Malerei, Bildhauerei MalereiDiese Form der Erzählweise, die von den Menschen seit ältesten Zeiten verwendet wurde, wurde auch von den Türken eingesetzt. Es ist bekannt, dass bei den türkischen Stämmen der Steppen Mittelasiens aufgrund ihrer Lebensform sogenannte „Tiermalereien“ im Vordergrund standen. Nachdem die Religion des Islam angenommen wurde, trat die beschreibende Malerei in den Hintergrund, da diese Form der Darstellung aus religiösen Gründen verboten war. An ihre Stelle trat die Kunst der Verzierungsmalerei. Aus diesem Grunde versteht man, wenn man von der Kunst der türkischen Malerei spricht, die mehr vom Westen beeinflusste und sich entwickelnde moderne Malerei, die auch beschreibende Elemente beinhaltet. Doch darf nicht vergessen werden, dass einige aus früheren Epochen stammende Werke zur Kunst der Malerei gezählt werden können. Wenn auch in geringer Anzahl, so sind aus der Periode der anatolischen Seldschuken einige Werke erhalten geblieben. Diese sind meist plastische Darstellungen in Form von Reliefs und auf Fayencen gemalte Zeichnungen. In der osmanischen Periode kann eine ausgeprägte Miniaturkunst beobachtet werden. Es ist bekannt, dass in der Zeit Fatih Sultan Mehmeds aus dem Westen Maler geholt wurden, die Bilder des Padischahs und seiner Familie anfertigten. Osmanische Künstler wurden nach Italien geschickt. Diese Annäherungsweise wurde in den späteren Perioden nicht weiter verfolgt, dafür jedoch die ihnen eigene Kunst der Miniaturmalerei weitergeführt. In der Bebilderung der handgeschriebenen Bücher mit Miniaturen kann man auch eine beschreibende Seite feststellen. In dieser Kunst sind symbolische Darstellungen wichtiger als die Darstellung der Wirklichkeit. Nach westlichem Verständnis der Kunst wurden die ersten Malereiversuche der Türken in Ingenieurs- und Kriegsschulen, wie der neugegründeten Mühendishane-i Berri-i Hümayun (Ingenieur- u. Pionierschule) und der Mekteb-i Harbiye (Militärschule) verwirklicht. Die Ausbildung beinhaltete zunächst Themen wie Kartographie und Technische Zeichnungen, nach kurzer Zeit jedoch wurde auch die freie Malerei in den Unterricht aufgenommen. Für diesen Zweck wurden Lehrkräfte aus dem Westen geholt. Um die türkischen Studenten gezielt auszubilden, wurden sie in westliche Länder, insbesonders nach Frankreich geschickt. Die reformierenden Padischahs des 19. Jahrhunders unterstützten dabei den Einfluss des Westens. Mahmud II. ließ von sich selbst ein Bild anfertigen und in den Amtsstuben aufhängen. Abdülaziz beschäftigte sich selbst mit der Kunst der Malerei. Die erhaltenen Werke der ersten türkischen Maler, die generell aus der Tradition des Militärwesens kamen, sind vorwiegend diesem Jahrhundert zuzuordnen. Aufgrund des starren und unerfahrenen Ausdruckes, den diese Bilder vermitteln, werden ihre Künstler auch als „Türkische Primitivmaler des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet. Manche ihrer Werke zeigen von Fotografien nachgemalte Serails, Schlossgärten oder Ansichten Istanbuls. Zu diesen Malern sind unter anderem Hüseyin Giritli, Hilmi Kasımpaşalı, Süleyman Sami, Ahmed Bedri, Salih Molla Aşki, Osman Nuri Paşa, Ahmed Şekür, Selahattin Bey, Şefik Bey, Necip Bey, Münip Bey, Ahmed Ziya Şam, İbrahim Bey, Mustafa Bey und Şevki Bey zu zählen. Gegen Ende dieses Jahrhunderts war eine der wichtigsten Entwicklungen auf dem Gebiet der Kunst der Malerei die Gründung einer staatlichen Kunstschule. Es ist bekannt, dass im Jahre 1874 in Istanbul von dem Maler Guillemet eine private Schule mit dem Namen „Akademie für Malerei“ eröffnet wurde. Diese Schule wurde durch eine Ausstellung der Werke der Schüler im Jahre 1876 bekannt gemacht. Aber die erste Einrichtung, die in der Türkei auf dem Gebiet der modernen Malerei Unterricht gab, war die am 1. März 1883 eröffnete Sanayi-i Nefise Mektebi (Schule der schönen Künste). (Später wurde ihr Name in „Akademie der schönen Künste“ geändert und ist die heutige Mimar Sinan Universität). Der Maler und Museumskundler Osman Hamdi Bey wurde im Jahre 1882 Direktor dieser Einrichtung. Das erste Statut dieser Einrichtung beinhaltete die „Prinzipien zur Durchführung der Wissens- und Fähigkeitsvermittlung bezüglich Malererei, Schnitzkunst, Architektur und Gravur“. Die Malereiausbildung verlagerte sich nun an von den Militärschulen auf diese neue Einrichtung. Im 20. Jahrhundert vereinigten sich die türkischen Maler erstmals im Rahmen einer Organisation. Der erste türkische Verein für Malerei war der im Jahre 1908 gegründete Osmanlı Resamlar Cemiyeti (Gesellschaft osmanischer Maler). Die Bezeichnung dieser Gesellschaft wurde im Jahre 1921 in „Vereinigung türkischer Maler“, im Jahre 1926 in „Vereinigung der türkischen Schönen Künste“ und im Jahre 1929 in „Vereinigung der Schönen Künste“ umgeändert. Diese Art von Organisationen, die den Künstlern Gedankenaustausch und Solidarität vermittelte, wurden in späteren Perioden zu Vertretern bestimmter Kunstrichtungen. Auch nach der Gründung der Republik wurden die Tätigkeiten auf dem Gebiet der Malerei unterstützt. Die Schule der Schönen Künste (Sanayi-i Nefise Mektebi) wurde im Jahre 1928 in die Akademie der Schönen Künste umgewandelt. Auch in dieser Periode wurde die Initiative, westliche Künstler in das Land zu bringen und türkische Künstler in das Ausland zu schicken, weitergeführt. Unter den ersten Künstlern, die in den ersten Jahren der Republik die Akademie der Schönen Künste abschlossen, befanden sich unter anderem Şeref Akdik, Refik Epikman, Mahmut Fehmi Cûda, Ali Avni Çelebi, Zeki Kocamemi und Turgut Zaim. Um dem Mangel an Lehrkräften entgegenzuwirken wurde auf dem gegründeten Gazi Bildungsinstitut (die heutige Gazi Universität) die Abteilung Malerei eingerichtet, in der viele Künstler eine zweite Einrichtung der Malereiausbildung ihre Tätigkeit aufnahmen. Gegenwärtig wird die Ausbildung in der Kunst der Malerei von den Fakultäten der Schönen Künste einiger Universitäten ausgeübt. In der Kunst der Malerei kann nach 1950 eine Vielzahl von nebeneinander stehenden Strömungen, Richtungen und Auffassungen beobachtet werden. Künstler unterschiedlicher Auffassungen arbeiteten, ohne sich gegenseitig überlegen anzusehen; Malik Aksel wurde aufgrund seiner Untersuchungen der Volkskunde bekannt; Turgut Zaim brachte seine Beobachtungen des ländlichen Gebietes mit seinem ihm eigenen Stil zum Ausdruck; Bedri Rahmi Eyüboğlu lehnte sich in seinen Werken an die anatolischen Handwerkskünste an; Sabri Berkel trat durch seine abstrakten Darstellungen hervor; İbrahim Balaban war ein Künstler, der sich durch seine Imitationen von Nazim Hikmet hervorhob; Fikret Muallâ, der in Paris tätig war, konnte seine künstlerische Begabung auch im Ausland unter Beweis stellen; Neşet Günal ist durch seine realistischen Bilder, die die Menschen auf dem Land thematisieren, bekannt; der eigentliche Architekt Cihat Burak ist durch seine ihm eigene Einfühlungskraft in seinen Werken bekannt; Adnan Çoker spezialisierte sich auf abstrakte Ordnungen in seinen Werken und Salih Acar ließ sich in seiner Kunst vom Naturleben beeinflussen. In der letzteren Periode wurden neben Meistern wie Mehmet Pesen, Kayıhan Keskinok, Nedim Günsür, Fahir Aksoy, Şadan Bezeyiş, Nuri Abaç, Mustafa Aslıer, Turan Erol, Orhan Peker, Ruzin Gerçin, Ömer Uluç, Özdemir Altan, Dinçer Erimez, Mehmet Güleryüz, Devrim Erbil, Altan Gürman auch Künstler der jüngeren Generation wie Neşe Erdok, Oya Katoğlu, Mustafa Pilevneli, Süleyman Saim Tekcan, Burhan Uygur, Ergin İnan, der als "Komet" bekannte Gürkan Coşkun, Gülsüm Karamustafa sowie Balkan Naci İslimyeli bekannt. Als weiterer Künstler, der mit seinen Werken auch im Ausland Ruhm erlangte, kann Bedri Baykam aus der nachfolgenden Generation genannt werden.
Malerei, Bildhauerei Bildhauerei Bildhauerei oder Schnitzerei ist eine Kunst, bei der unter Einsatz verschiedener Werkzeuge dreidimensionale Werke gefertigt und mit deren ästhetischen Werten Gefühle und Gedanken vermittelt werden. Diese dreidimensionalen Kunstgegenstände können sowohl abstrakte als auch konkrete Darstellungen widerspiegeln und können eine beschreibende oder verzierende Eigenschaft tragen. Die Bildhauerei wurde seit den frühesten geschichtlichen Perioden verwendet, um einem Ereignis oder einer Persönlichkeit in Form eines Denkmales zu gedenken. Seit den frühesten geschichtlichen Perioden waren die Türken in der Steinbehauung sehr erfolgreich. Auf die ältesten Beispiele stößt man in der Kunst Mittelasiens. Die Orhon-Denkmäler kann man sich auch als Skulpturen vorstellen. Die ersten primitiven Statuen stellen die aus Stein gehauenen Figuren der Ahnen dar, die symbolisch die menschliche Figur tragen. Nach der Aneignung der islamischen Religion wurde auch in der Bildhauerei – ebenso wie in den anderen Kunstrichtungen – aufgrund der religiösen Regeln die beschreibende Darstellung aufgegeben. An dessen Stelle traten Künste wie die verzierende Reliefarbeit, die Schnitzkunst und die Einlegearbeit. Dennoch können in den Werken der anatolischen Seldschuken in den verwendeten Reliefarbeiten Menschen- und Tierfiguren angetoffen werden. Die Grabsteine und Zielsteine (zur Übung der Schießkunst) zur Zeit des Osmanischen Reiches waren Werke, die mit den feinsten und schönsten Verzierungen ausgestattet waren. Aber auch bei praktischen Bauwerken, wie Brunnen, Brunnenanlagen, Springbrunnen etc. waren diese Verzierungen anzutreffen. Sprechen wir heutzutage von der türkischen Kunst der Bildhauerei, so versteht man darunter die vom Westen beeinflusste, moderne dreidimensionale darstellende Kunst. Die Sanayi-i Nefise Mektebi (Schule der Schönen Künste) war in der Türkei die erste Einrichtung, die in der Kunst der Bildhauerei Unterricht gab. Oskan Yervant Efendi, osmanischer Bürger, der in dieser Einrichtung lehrte, war einer der ersten Bildhauer. Bis zur Gründung der Republik können zu den in dieser Schule ausgebildeten Bildhauern Künstler wie İhsan Özsoy, İsa Behzat, Mahir Tomruk und Nejat Sirel gezählt werden. Ausser İsa Behzat waren die übrigen Künstler auch in der Republiksperiode tätig. Der Tradition dieser Schule zufolge wurden sie auch ins Ausland geschickt und später wurde von ihnen als Lehrkraft profitiert. Unter den Künstlern der modernen türkischen Bildhauerei können Ali Hadi Bara, Zühtü Müridoğlu, Nusret Suman, Ahmet Kenan Yontunç, der unter dem Namen Hüseyin Anka bekannte Hüseyin Özkan, der im Ausland tätige İlhan Koman, Hüseyin Gezer, Mehmet Şadi Çalık, Kuzgun Acar sowie Saim Bugay genannt werden. Neben diesen Künstlern wurden auch Frauen wie Sabiha Bengütaş, Nermin Faruki, Lerzan Bengisu und Günseli Aru ausgebildet.
Visuelle Kunste Gravur Die Gravur, die als Drucktechnik bei der Erzeugung von Druckerei- und Kunstprodukten eingesetzt wird, kann als Auskratzform, Pressdruck oder Schnitzereidruck bezeichnet werden. Die Holz-, Metall- oder Steinplatten, auf denen diese Technik angewandt wird, werden mit verschiedenen Methoden (Auskratzung mit der Hand oder Verwendung von Säuren) bearbeitet und dann mit Tusche bestrichen. Danach wird die Platte geputzt, wobei die Tusche nur in den Vertiefungen übrigbleibt und die somit entstehenden Abbildungen werden mittels Druck auf Papier übertragen. Seit ihrer Entstehung nach dem 15. Jahrhundert fand die Gravurkunst unter den Künstlern eine breite Anwendung und konnte sich rasch entwickeln. Heutzutrage profitieren viele der Künstler bei ihren künstlerischen Drucken von dieser Gravurtechnik. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Gravur in den Druckereien für eine qualitative Reproduktion der in den zu druckenden Büchern verwendeten Bilder eingesetzt. Als Drucktechnik wird sie heutzutage in Form der Fotogravur oder Tiefdruck verwendet. 1. Reisebeschreibungen und Reisealben  Die im allgemeinen verstreut in den Reisebeschreibungen abgebildeten Gravuren wurden bei manchen Werken als eigener Band oder als Steindruck-Album veröffentlicht. 2. Zeitschriften und Jahrbücher In qualitativen Zeitschriften der westlichen Welt wurden Berichte, vor allem Nachrichten, über das Osmanische Reich mit Gravuren bereichert. Zur Zeit des Krimkrieges in den Jahren 1854-1856 und dem Türkisch-Russischen Krieg in den Jahren 1877-1878 wurden sehr viele Berichte über Istanbul, dem täglichen Leben in Istanbul und andere Städte des osmanischen Reiches in diesen Zeitschriften veröffentlicht. Unter diesen Zeitschriften befanden sich beispielsweise die in Paris veröffentlichte „L’Illustration“ und die in London herausgegebenen „The illustrated London News“ und „The graphic“. Daneben können zwei qualitative neugriechische Zeitschriften aufgezählt werden, die in Leipzig veröffentlichte „Hesperos“, die besonders beachtenswerte Gravuren von Istanbul beinhaltete, sowie die in London herausgegebene „He brettanikos aster“. Auch die in Istanbul herausgegebene „Servet-i Fünun“ kann mit ihren Gravuren und Steindruckbildern dazu gezählt werden. 3. Werke zu besonderen Themen Unter diesen Werken versteht man vorwiegend Veröffentlichungen über das Osmanische Reich historischen und sozialen Inhalts. Als Beispiele dafür können Mouradgea d’Ohssons „Tableau général de l’Empire Othoman”, Dimitri Kantemirs “The history of the growth and decay of the Ottoman Empire”, die den Türkisch-Russischen Krieg der Jahre 1877-1878 thematisierenden “Cassell’s illustrated history of the Russo-Turkish war” und “Russed et Turcs: la guerre d’Orient” genannt werden.
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